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Rosenheimer IT-Forum: Open Source im praktischen Einsatz

Ziel ist "Best Source" "Open Source" nicht kostenlos oder lizenzfrei, aber oft flexibler, kostengünstiger und frei zugänglich

Mehr als 60 Teilnehmer aus Bayern und Tirol hatten sich zum IT-Forum "Open Source im praktischen Einsatz" im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum angemeldet. Ganz besonders freute Manfred Grundei, Leiter des Amts für Informationsverarbeitung der Stadt Rosenheim und Organisator der von der EU im Rahmen von netIT geförderten Informationsveranstaltung, dass "viele Entscheider von Kommunen und Unternehmen unter den Zuhörern" waren. Nur diese könnten entscheiden, ob in ihren Unternehmen Open Source Software zum Einsatz kommt oder ob man sich lieber weiterhin von einem Anbieter abhängig macht.

Auch Rosenheims zweiter Bürgermeister Anton Heindl hat sich den Einsatz von Open Source überlegt: "Als ehemaliger Unternehmer wollte ich natürlich immer gute Programme haben. Doch ich hab mich oft gefragt, ´müssen die wirklich so viel kosten?`", so Heindl in seinen Grußworten. Dass auch Open Source nicht kosten- oder lizenzfrei ist, machte Christoph Steinhauer in seinem Impulsvortrag ´Ist 100 Prozent Open Source möglich` deutlich. Open Source bedeutet, dass der Quellcode für die Programme frei zugänglich ist, doch wie bei jedem Softwareprogramm fallen auch hier Schulungs-, Dienstleistungs- und Wartungsgebühren an und es müssen Lizenzen beachtet werden. Allerdings ist man bei Open Source Produkten, wie Linux, Open Office, Firefox oder Thunderbird nicht von einem einzelnen Hersteller abhängig. "Man muss sich als erstes klar werden, was will ich? Wo will ich hin? Sind offene Standards derzeit das geeignete Mittel für mein Unternehmen? Nach diesen Gesichtspunkten sollte die Angebotspalette sowohl von Open Source als auch von Closed Source durchforscht werden um schließlich bei Best Source zu landen", betonte der Fachmann der it-novum GmbH.

Bereits entschieden hat sich die Stadt München. Vor sechs Jahren startete dort das Projekt Open Source und seither arbeitet die Landeshauptstadt erfolgreich mit freier Software. "Der Grund war die bevorstehende Umstellung von Windows NT4 und die Firma Microsoft, die einen ständig zwingt, neue Lizenzen zu kaufen, um die Programme am Laufen zu halten oder zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten zu erlauben. Da stellte sich der Stadtrat die Frage, ob es dazu nicht Alternativen gibt.", erläuterte Florian Schießl, stv. Projektleiter von LiMux, der seither aktiv an der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses mitarbeitet. Im Rahmen dieser noch immer laufenden Umstellung auf Open Source hat die Stadt München ein eigenes Office-Programm entwickelt, das Lücken der bisherigen frei verfügbaren Software schließt. "WollMux ist natürlich auch frei verfügbar (www.wollmux.org) ", so Schießl und lebt damit die Ethik der Open Source Nutzer, eigene Weiterentwicklungen ebenfalls als offenes Programm anzubieten. Bislang ist das Budget der Landeshauptstadt für dieses Projekt in Höhe von 12,8 Millionen Euro erst zu 50 Prozent ausgegeben. "Wir müssen uns einfach fragen: Was machen wir mit Steuergeldern der Bürger: investieren wir in Lizenzen, oder in Anpassungen, Dienstleistung, Wissensaufbau und Weiterentwicklung freier Software". Da jedoch Standardisierung Zeit braucht, greift auch München in einzelnen Bereichen noch auf Lizenzsoftware zurück.

Ziel ist und bleibt es, Best Source zu nutzen. "Unsicherheit hält heute noch viele Leute ab, auf Open Source umzusteigen. Jeder hat jedoch die Entscheidungsfreiheit, doch die Entscheidung muss jeder selber treffen", so Moderator Prof. Dr. Roland Feindor von der Rosenheimer Hochschule, der im Rahmen von netIT bei zahlreichen IT-Projekten in der Region mitwirkt.


Nach den Einführungsvorträgen stellten Firmen und Nutzer Einsatzmöglichkeiten von Open Source in Vorträgen und Info-Ständen vor. In den Pausen und nach der Veranstaltung nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Fachleuten.

 

Folien zu den Vorträge:

Ist 100 % Open Source möglich? (Wieviel Open Source ist möglich?) it-novum GmbH Referent: Hr. Steinhauer

Erfahrungen mit Open Source (LiMux / WollMux)  Landeshauptstadt München arbeitet erfolgreich mit freier Software Referent: Florian Schießl, stv. Projektleiter LiMux

Internetauftritt mit TYPO3,  Fa. taliteo, Referentin: Dipl.-Informatikerin (FH) Tina Gasteiger, Inhaberin

Teamlösungen mit Open Source (EGroupware), Fa. Stylite GmbH, Referenten: GF Ralf Becker, Stefan Becker (Marketing, Vertrieb, Consulting) EDV Stadt Freilassing, Referent: Christian Binder

eCommerce mit Open Source (Magento), Fa. TechDivision GmbH, Referent: Josef Willkommer, Geschäftsführer

Internet und eMail mit Open Source (Firefox und Thunderbird) Hochschule Rosenheim, Referent: Dipl.-Ing. (FH) Christoph Ohliger, Rechenzentrum Hochschule Rosenheim

Interview-Mitschnitt des örtlichen Radio-Senders "Charivari" (mp3)

Teilnehmerliste

 

v.l.n.r.: Anton Heindl, 2. Bürgermeister Stadt Rosenheim, Günther Ehrl Amtsleiter Amt für Informationsverarbeitung Stadt Rosenheim außer Dienst, Manfred Grundei, Amtsleiter Amt für Informationsverarbeitung Stadt Rosenheim, Prof. Dr. Roland Feindor, Hochschule Rosenheim

 

Hr. Heindl, 2. Bürgermeister Stadt Rosenheim bei der Begrüßung

 

Vortrag Hr. Florian Schießl, Landeshauptstadt München, Direktorium IT, stv. Projektleiter LiMux zum Thema "Erfahrungen mit Open Source bei der Stadt München (LiMux/WollMux)"

 


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